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13. September 2019

„Unter Verdacht“ eröffnet

Am vergangenen Sonntag wurde in Anwesenheit von über 150 Gästen die neue Sonderausstellung „Unter Verdacht – NS-Provenienzforschung im Städtischen Museum Göttingen“ eröffnet. In der Ausstellung werden 33 Objekte präsentiert, die unter Verdacht stehen, „arisiert“, d.h. NS-verfolgungsbedingt entzogen und daher nicht rechtmäßig im Besitz des Museums zu sein.

Das Museum veröffentlicht damit erste Ergebnisse seines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Provenienzforschungsprojektes, das im Juli 2017 gestartet ist und noch bis Sommer 2020 andauern wird. Es zieht eine Zwischenbilanz der Erforschung der eigenen Museumsgeschichte im Nationalsozialismus. Das Museum profitierte von der verbrecherischen Politik der Nationalsozialisten, indem es sich an der Ausbeutung der Juden und anderer Opfergruppen beteiligte. Zahlreiche Exponate wie Möbel, Textilien, Kunstwerke und Alltagsgegenstände werden erstmalig gezeigt.

Die feierliche Eröffnung fand in Kooperation mit dem Projekt „Museumsdetektive – Auf den Spuren geraubter Kunst im Norden“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) im Veranstaltungssaal des Museums statt. Nach Grußworten von der Kultur- und Sozialdezernentin Petra Broistedt und Uwe Hartmann, dem Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung am Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, führte Ausstellungskuratorin Saskia Johann in die Ausstellung ein. In einer anschließenden Podiumsdiskussion unterhielten sich Claudia Andratschke vom Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen, NDR Kulturjournal-Redaktionsleiterin Christine Gerberding und Museumsleiter Ernst Böhme über Schwierigkeiten und Herausforderungen der Provenienzforschung. Diana Kanter, Enkelin des jüdischen Göttinger Unternehmers Max Raphael Hahn, erzählte vom Schicksal ihrer Familie und der Restitution von Museumsobjekten an ihre Familie. Moderiert wurde die Veranstaltung von Wieland Gabcke aus dem NDR Studio Göttingen.

 

(Saskia Johann, wiss. Mitarbeiterin)