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19. Juli 2019

Nicht nur Blumen und Schmetterlinge…

Neue Werke von Elsa Hoppe in der grafischen Sammlung

Farbenfroh und abwechslungsreich. Das sind die neun Werke der Göttinger Künstlerin Elsa Hoppe (1902 in Kassel geboren, 1991 in Göttingen gestorben), die wir dank einer Schenkung in unseren Sammlungsbestand haben aufnehmen können.

Es sind acht Aquarelle und ein Linolschnitt. Alle Werke weisen die für die Künstlerin charakteristische Art der künstlerischen Formgebung durch eine lebhafte Linienführung auf. Elsa Hoppe nutzt bevorzugt die Linie, um den Flächen eine feste Umrandung zu geben. Die Aquarellfarben setzt die Göttinger Künstlerin oftmals ungewöhnlich deckend ein. Dadurch erscheinen ihre Werke äußerst kraftvoll, und durch die Verwendung von Aquarellpapier wird diese Wirkung nochmals unterstützt.

Bei der Inventarisierung der Werke wird deutlich, dass die Grafiken einem kompositorischen Bildaufbau folgen. Es werden klare Linien gesetzt, durch Perspektive der Blick des Betrachters gelenkt und die Bildaufteilung harmonisch gestaltet.

Die Motive sind vielfältig: Tulpen in kräftigen Rottönen, ein Blick in einen Wald, der in einem satten Grün gehalten ist oder die Ansicht einer Häusergruppe vor einem Bergmassiv. Zudem sind zwei Stillleben Teil der Schenkung: zwei Obstschalen auf einem Tisch und ein Arrangement aus Krügen, einer Karaffe, einem Teller und einer Tasse. Ebenso sind maritime Szenen vertreten: Zum einen das Wattenmeer und zum anderen im Hafen liegende Schiffe. Eine Tierdarstellung ist auch dabei: drei umherflatternde Schmetterlinge, die, wie unter einer Lupe vergrößert, in dem Aquarell festgehalten wurden. Es scheint, als wären sie während der Bewegung aufgenommen, wie in einer Momentaufnahme.

Die Künstlerin erzielt mit gekonnten Pinselstrichen unterschiedliche Effekte. Mal erzeugt sie Plastizität, wie bei den beiden Obstschalen, ein anderes Mal führt die starke Konturierung dazu, dass Formen deutlich erkennbar werden, wie bei den Krügen. Die Motive einiger Werke sind auch mit wenigen Konturierungen erkennbar, wie bei den Bergdorfansichten. Die Häuser und die Landschaft sind als großzügige Flächen auf das Papier gebracht worden.

In unserer grafischen Sammlung sind zahlreiche Arbeiten von Elsa Hoppe vorhanden. Dass wir nun durch weitere farbenfrohen Werke unseren Bestand ergänzen können, ist wunderbar.

(Simone Hübner, Kuratorin)

Abb. 1: „Tulpen“, Aquarell, undatiert; Abb. 2: „Bergdorf“, Aquarell, undatiert; Abb. 3: Stillleben, Aquarell, undatiert; Abb. 4: „Schiffe“, Aquarell, undatiert; Abb. 5: „Schmetterlinge“, Linolschnitt, undatiert