2. Juni 2017

Inside the Museum: Das Graphikmagazin

Das Graphikmagazin des Städtischen Museums befindet sich in der Alten Posthalterei. Bei kühlen 18 bis 20 Grad Celsius und etwa 50 % Luftfeuchtigkeit lagern geschützt in zahlreichen Schubladenschränken Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen, Stiche, Holzschnitte, Lithographien und Daguerreotypien. Die Räumlichkeiten sind zudem abgedunkelt, so dass kein Tageslicht die wertvollen Stücke beschädigen kann.

Der Bestand an graphischen Erzeugnissen umfasst etwa 10000 bis 15000 Exemplare. In der Sammlung finden sich zahlreiche Porträts von wichtigen Göttinger Bürgerinnen und Bürgern sowie dort tätigen Persönlichkeiten. Neben den Arbeiten von Göttinger Künstlern des 18. bis 20. Jahrhunderts  wie Christian Andreas Besemann, Carl Oesterley oder Ernst Ludwig Riepenhausen  gibt es auch Werke von überregionalen Kunstgrößen wie Emil Nolde oder Otto Pankok. Besonders herausragend ist ein Konvolut von Graphiken von Philipp Hackert (1737-1807), einem bekannten deutschen Landschaftsmaler und dem Hofmaler des neapolitanischen Königs. Die Bleistift- und Federzeichnungen zeigen italienische Landschaften. Zudem verfügt die Sammlung über einen komplexen Bestand an Stadtansichten und Veduten, die eine sehr gute und differenzierte Darstellung der topografischen Entwicklung der Stadt vom 16. Jahrhundert bis zur Erfindung der Fotografie ermöglichen.

Das Graphikmagazin ist ein unerschöpflicher Fundus für unsere eigenen Ausstellungen. So werden auch in der aktuellen Sonderausstellung  Werke aus dem Graphikmagazin präsentiert. Immer wieder erreichen uns aber auch zahlreiche Leihanfragen. Die Sammlung kann auf Anfrage von externen Besuchern genutzt werden.

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)