6. September 2016

Schneewittchen und die sieben Zwerge

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Sieben Zwerge sitzen und stehen um eine gedeckten Tisch. Mit dabei auch ein Krähe und eine Katze. Ein Braten und eine große Flasche (Schnaps?) sind schon serviert, nun kommt Schneewittchen mit einem weiteren gebratenen Geflügel auf einer Servierplatte. Die Zwerge prosten ihr augenscheinlich hungrig, aber gut gelaunt zu, die Vorfreude auf das Mahl ist förmlich zu spüren. Schneewittchen trägt einen großen Schlüsselbund am Gürtel, dieser kennzeichnet sie als die Vorsteherin über den Zwergen-Haushalt, sie verwaltet und kontrolliert Speisekammer und Küche.

Die Zwerge tragen Hauspantoffeln und scheinen schon recht alt zu sein. Am Kopfende sitzt der greise Zwergenkönig mit mahnend erhobenem Zeigefinger. Vielleicht sind ihm die Zwerge etwas zu ausgelassen und er will zu mehr Ruhe auffordern. Trotz des munteren Gewusels am Tisch, ist doch kaum vorstellbar, dass diese Truppe noch täglich im Bergwerk arbeitet. Außer den Personen und den unmittelbar für das Essen notwendigen Gerätschaften ist weiter nichts zu sehen. Die Szene schwebt auf einem grünblauen Grund. Wahrlich märchenhaft.

Leider gibt es keine Signatur, keinerlei Hinweis auf den Illustrator. Stilistisch kann das Bild dem ausgehenden 19. Jahrhundert zugeordnet werden, es erinnert an die Märchenillustrationen bekannter Künstler dieser Zeit. Es war durchaus üblich, nicht nur zu malen, sondern auch Grafiken und Illustrationen herzustellen. Aber anders als zum Beispiel die romantisierenden Bilder von Ludwig Richter oder die eher ernsten Bilder der Worpsweder Schule zeigt dieses Bild einen besonderen Sinn für Humor.

Das Bild ist im Besitz eines Heimatvereins, der sich mit der Bitte um Begutachtung an das Museum gewandt hat. Eine erste Überprüfung, die ersten Spuren, die wir verfolgt haben, führten leider noch zu keinem Ergebnis. Vielleicht können Sie uns weiterhelfen?

Vermutungen, Tipps und Hinweise, die zur Identifizierung des Künstlers oder der Künstlerin beitragen, sind herzlich willkommen.

(Andrea Rechenberg, Kuratorin)