19. März 2014

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FRIEDRICH CHRISTOPH DAHLMANN & DIE GÖTTINGER SIEBEN

 Göttingen 1837 – sieben Göttinger Professoren – Wilhelm E. Albrecht, Heinrich G. A. Ewald, Jacob und Wilhelm Grimm, Georg G. Gervinus, Wilhelm E. Weber und Friedrich Ch. Dahlmann werden mit Berufsverbot bestraft. Warum?

Die sieben hatten dem neuen König Ernst August Verfassungsbruch vorgeworfen. Dieser hatte nämlich als erste Amtshandlung das hannoversche Staatsgrundgesetz von 1833 außer Kraft gesetzt. Er bevorzugte die alte Verfassung von 1819, laut der er als Monarch einen umfassenden Machtanspruch gehabt hätte. Aus seiner Perspektive nachvollziehbar, aber…

Dagegen protestierten die sieben Göttinger Professoren im Sinne einer liberalen Regierung und ließen durch ihre Studenten eine Protestschrift vervielfachen, die sich blitzschnell in Deutschland verbreitete.

Drei der Professoren, darunter Dahlmann, mussten das Königreich Hannover verlassen, doch ihnen galt die Sympathie der Studenten und Bürger, während die Haltung des Königs in heftige Kritik geriet.

Über diesen bedeutenden Teil der Göttinger Stadtgeschichte und besonders über das Leben des Göttinger Professors Friedrich Christoph Dahlmann erzählte am 17. März sehr lebendig und anschaulich der Dahlmann-Spezialist Prof. Dr. em. Wilhelm Bleek/Kanada. Anlass war die Dauerleihgabe eines kleinen Porzellanbildes und die Schenkung einer Zeichnung an das Städtische Museum.

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Das Porzellanbild (nach 1829) zeigt eine bürgerliche Wohnzimmerszene mit der Familie Dahlmann. Ungewöhnlich hierbei die Damen des Hauses: Sie lauschen in einer für jene Zeit ungewöhnlichen legeren Körperhaltung – auf dem Sofa liegend bzw. auf der Armlehne eines Sessels sitzend – dem vorlesenden Dahlmann.

Die Zeichnung (1838) zeigt den Aufbruch Dahlmanns aus Göttingen an einem der damaligen Stadttore, dem Weender Tor. Die Studenten bekunden ihm vermutlich mit lauten Rufen ihre Anteilnahme und Unterstützung. Links im Hintergrund ist das Wohnhaus Dahlmanns zu erkennen.

Diese neuen Werke in der Sammlung des Städtischen Museums ergänzen die Bestände zur Göttinger Universitätsgeschichte und können in zukünftige Präsentationen integriert werden –  das sind erfreuliche Nachrichten im vielfältigen Museumsalltag!

(Ines Lamprecht, freie Mitarbeiterin)

 

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