5. April 2016

Auf Spurensuche in Göttingen

Am vergangenen Sonntag begaben sich drei Urenkel von Professor Moriz Heyne (1837-1906) auf die Spuren ihres Vorfahren, der als Gründer des Städtischen Museums gilt. Die Nachfahren reisten aus der Schweiz nach Göttingen, um die Porträtbüste ihres Urgroßvaters zu bewundern. Das Bildnis stammt aus dem Jahre 1903 und wurde von dem Bildhauer Paul Nisse (1869-1949) im Auftrag des Göttinger Magistrats für Heynes Verdienste gefertigt. Sie befindet sich seitdem im Foyer des Städtischen Museums neben dem ebenfalls von Nisse geschaffenen Gänseliesel. Die Nachfahren erfuhren durch Familiendokumente von der Existenz des Bildnisses und nahmen Kontakt mit dem Museum auf.

Museumsleiter Dr. Ernst Böhme führte die Geschwister Isabel und Philipp Stauffer sowie deren Cousine Christina Heyne durch die Ausstellung und zeigte die Sammlungsstücke der Kirchenausstellung, die Heyne noch selbst erworben hatte. Die Nachfahren interessierte vor allem der Umgang mit dem Erbe ihres Urgroßvaters, und schnell ergab sich ein persönliches Gespräch. Aus den Erzählungen ihres Großvaters wusste Isabel Stauffer, dass Heyne ein sehr engagierter Mensch war und auch in Zeiten ohne Internet ein großes Netzwerk pflegte. In der Familie ist man ziemlich stolz auf den bekannten Nachfahren. Ein Ururenkel hielt kürzlich im Unterricht ein Referat über die Gebrüder Grimm und war sehr begeistert, seinen Klassenkameraden zu erzählen, dass sein Vorfahr 1883 die von Jakob Grimm begonnene Herausgabe des Deutschen Wörterbuchs weitergeführt hatte.

Ein weiterer Programmpunkt auf ihrer dreitägigen Göttingen-Reise ist für die Urenkel Heynes ehemaliges Wohnhaus in der Wöhlerstraße 6, an dem eine Gedenktafel auf den einstigen Bewohner hinweist. Des Weiteren wollen sie aber auch die Stadt kennen lernen und holten sich Tipps für den Aufenthalt.

Durch den Besuch im Museum bestärkt, versicherte Isabel Stauffer, die Spurensuche auch an den anderen Wirkungsstätten ihres Urgroßvaters wie Halle an der Saale und Basel zu verfolgen. Mit Göttingen ist aber schon mal ein guter Anfang gemacht.

 

 

Philipp Stauffer, Isabel Stauffer und Christina Heyne neben der Büste ihres Urgroßvaters

 

 

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)