13. Oktober 2015

Der Nähkasten der Luise Lange geb. Bremeier

 

Neujahr 1829 bekommt Louise Lange, Ehefrau des Dachdeckermeisters Johann Ernst Lange aus Göttingen, diesen Nähkasten geschenkt. Im Innendeckel befindet sich ein Blumenornament in Sternform. Darin geschrieben gute Wünsche für das neue Jahr: „Gesundheit, Frohsinn, langes Leben, Freude, Glück, Liebe, Freundschaft, Heiterkeit, Zufriedenheit“.

Auch nach 186 Jahren berühren diese Wünsche, denn es sind dieselben, die noch heute einander gewünscht werden. Ob sich für Louise Lange alle Wünsche erfüllten? Das wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass Sie ab 1841 als Witwe bezeichnet wird und dass Sie in der Unteren Masch(str.) wohnte. 1883 wird Sie in der Jüdenstaße verzeichnet , also gleich um die Ecke des Museums, das heute ihren Nähkasten aufbewahrt.

Rechenberg Nähkasten Bild 1Inventarnummer 1907/199. Der Nähkasten vor der Restaurierung

Der Kasten mit einem Klappdeckel aus Pappe, ist mit farbigem Vorsatzpapier bezogen. Der Rand ist mit ornamentiertem Goldpapier umrandet. Der Deckel des Mittelfachs zeigt ein gemaltes Blumenbukett aus Rosenblütenblättern, Maiglöckchen, Vergissmeinnicht und Aurikeln.

In der Ausstattung verfügt das Nähkästchen über vier kleine Fächer, ein samtbezogenes Nadelkissen, zwei Garnwickler und zwei ovale Deckeldosen.

Als dieser Nähkasten im Textildepot entdeckt wurde, war er insgesamt in recht gutem Zustand. Nur war der innenliegende Spiegel zerbrochen und die ausgerissenen Scherben drohten das Objekt zu schädigen. Durch die behutsame Restaurierung von Dipl. Restauratorin Viola Bothmann konnte das gesprungene Glas ausgetauscht und durch neues ersetzt werden. Nun fehlen nur noch einige Details die ergänzt werden müssen, dann sind die guten Wünsche vom Neujahr 1829 wieder sicher aufgehoben.

Rechenberg Nähkasten Bild 2Das „ Innenleben“ des Nähkastens nach der Restaurierung

 

Andrea Rechenberg