2. März 2014

 Fotos_Magazine_August 2013 (39)

HINTER VERSCHLOSSENEN TÜREN

Depots sind für die Öffentlichkeit nur in Ausnahmefällen zugänglich. Aus nachvollziehbaren Sicherheitsgründen sind zumeist auch Adresse und Standort unbekannt. Trotzdem sind Depots für ein Museum genauso wichtig, wie zum Beispiel erfolgreiche Ausstellungstätigkeit oder ein gelungenes Veranstaltungsprogramm. Im Depot lagern in der Regel zwei Drittel der Museumsobjekte. Dies bedeutet, dass die Erfüllung einer der fünf Hauptaufgaben eines Museum, das Bewahren, zum aller größten Teil im Depot stattfindet. Objekte, die im Depot gelagert werden, müssen mit genau derselben Sorgfalt behandelt werden, wie Objekte, die in einer Ausstellung präsentiert werden. Alle Vorgaben zur Klimatisierung, Lichtschutz, und Schädlingsbekämpfung finden hier die gleiche Anwendung. Restauratoren haben dafür den Begriff der Präventiven Konservierung geprägt. Vorbeugen also, klingt auch einleuchtend. Alles was im Vorfeld zum Erhalt eines Objektes getan werden kann, vermeidet spätere Schäden und damit eventuell teure Restaurierung. Und es sichert den längst möglichen Erhalt. Dinge für nachfolgende Generationen aufzubewahren, ist eine Kernaufgabe des Museums und gleichzeitig die Grundlage jeder Museumsarbeit. Denn wenn ich keine Objekte habe, kann ich auch nichts ausstellen. So werden also die, zum Teil seit über hundert Jahren, gesammelten Artefakte pfleglich behandelt. Also wird das Klima überwacht und geregelt. Dazu bedarf es technischer Geräte, die regelmäßig befüllt oder entleert, desinfiziert, gewartet und geeicht werden müssen. Temperatur und Luftfeuchte werden aufgezeichnet und regelmäßig ausgewertet. Sauberkeit ist ebenfalls sehr wichtig. Zum einen kann Staub objektzersetzend wirken, zum anderen ist nur staubfrei eine regelmäßige Schädlingsüberwachungen möglich. Dieses Monitoring muss sich auch nach den Jahreszeiten richten. Denn unglaublich viele Lebensformen können sich auf und im Museumsgut niederlassen und finden dort bei Unaufmerksamkeit oder Nachlässigkeit der Verantwortlichen einen großen und vielfältigen Lebensbereich. Schadstoffe müssen erkannt und beseitigt und mögliche Katastrophen mit einem Sicherheitskonzept eingedämmt werden. Das Städtische Museum Göttingen, das seit fünf Jahren bereits saniert wird und sicherlich auch noch die nächsten fünf Jahre weiter saniert werden muss, musste sich dem Arbeitsfeld Depot mit aller Aufmerksamkeit widmen. Um die Sanierung des Gebäudes durchführen zu können, mussten die alten Lager in zugigen Dachgeschossen und feuchten Kellern geräumt werden. Für eine Vielzahl der dort gelagerten Objekte war es Rettung in letzter Minute.

(Andrea Rechenberg, Kuratorin)

 

 

 

Schreibe einen Kommentar