29. September 2014

BILDER AUS DER SAMMLUNG II: VORBILD KANDINSKY?

Als Fan von Kandinsky fiel mir in unserem Gemäldemagazin dieses Werk auf:

1957_28_I

Für mich war es klar. Da hat doch jemand in Orientierung an den Künstler Wassily Kandinsky (1866-1944) und dessen frühe Zeit am Bauhaus ein Bild geschaffen. Es ist ein Kleinformat und besteht zwar aus einer Mischtechnik, aber das Thema erinnert mich sehr an den berühmten Künstler und Autor des Blauen Reiters. Vor grauem Grund scheint eine ovale Binnenstruktur zu schweben. Ein schwarzer Fleck mit einem Zipfel, darüber verschiedenfarbige zackige, eckige Flächen, die entweder von dem schwarzen Fleck (oder Loch?) wegkatapultiert oder von diesem angezogen werden. Ein Über- und Untereinander von Farben und Formen, die sich aber gemäßigt in einem Oval bewegen. Und das Grau ist kein Grau im eigentlichen Sinne, sondern eine Mischung aus verschiedenen Farbtönen, die hier und da sichtbar sind. 1922 wurde Kandinsky ans Bauhaus in Weimar berufen und ließ sich dort von geometrischen Formen inspirieren, die seine bisherigen Farb- und Formenexplosion beruhigten. An diese Schaffensperiode Kandinskys knüpft der Künstler unseres Bildes an. Auf dessen Rückseite ist der Titel zu lesen: Komposition 23A. Ebenfalls eine Hommage an Kandinsky, der zehn seiner ausgereiftesten und für sein Gesamtwerk programmatischen Werke als Komposition bezeichnete. Der Künstler unseres Werkes aus den 1950er Jahren heißt übrigens Karl August Stoevesand und ich bin mir sicher, auch er war ein Kandinskyfan.

(Ines Lamprecht, freie Mitarbeiterin)

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