10. April 2019

Ein Hoch auf die Provenienzforschung

Heute ist der internationale Tag der Provenienzforschung. Der Aktionstag wurde dieses Jahr erstmals ins Leben gerufen, um auf die gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutsamkeit der Arbeit aller Provenienzforscher*innen weltweit aufmerksam zu machen und Einblick in diesen Forschungsbereich zu geben.

Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Herkunft von Objekten in Museen, Bibliotheken und Archiven. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Klärung der Eigentumsverhältnisse bei Objekten, die in der Zeit des Nationalsozialismus der jüdischen Bevölkerung unrechtmäßig entzogen wurden.

Als erstes kommunales stadtgeschichtliches Museum Niedersachsens betreibt das Städtische Museum Göttingen Provenienzforschung und hat 2014 Objekte an die Nachkommen der früheren jüdischen Eigentümer restituiert. Seit Juli 2017 ist am Museum ein Provenienzforschungsprojekt  angesiedelt, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird. Dabei werden die Objekteingänge aus der Zeit von 1933 bis 1945 auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug geprüft. Die ersten Projektergebnisse werden vom 8. September bis zum 8. Dezember 2019 in der kommenden Sonderausstellung „Unter Verdacht – NS-Provenienzforschung im Städtischen Museum Göttingen“ präsentiert.

(Saskia Johann, wissenschaftliche Mitarbeiterin)