4. Juni 2014

IMG_8067 IMG_8064 … ein in aufwändiger Sablé-Technik gearbeiteter Einband für Notizzettel unter der Lupe von Ulla Kayser

ULLA KAYSER UND DAS TEXTILMAGAZIN 

Im Städtischen Museum Göttingen arbeiten nicht nur festangestellte, sondern auch ehrenamtliche Mitarbeiter. Mit ihren besonderen Kompetenzen unterstützen sie das Team, das sich um die wissenschaftliche Inventarisierung kümmert. Ulla Kayser hat sich im Laufe vieler Jahre Fachwissen im Textilbereich angeeignet, das in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Museum zur Anwendung kommt. Begleitet wird ihre vielfältige Arbeit durch Fachrestauratoren. 

Für das Städtische Museum ist Ihre ehrenamtliche Mitarbeit von größtem Wert. Seit 2009 unterstützen Sie das Museumsteam. Wie kam Ihr Kontakt  zum Museum zustande? Begonnen hat alles mit der Ausstellung meiner Taschensammlung „In Frauenhand“ 2008. Wegen meiner Leidenschaft zu Textilien und allem, was dazu gehört, wurde ich nach der Ausstellung gefragt, ob ich mir einen Nähtisch aus der Dauerausstellung anschauen könne. Er wurde zu einem Angelpunkt in jeder Beziehung. So etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Ich nahm den Nähtisch auseinander. Dann wurde ich eingeladen, mir das Textilmagazin einmal anzusehen. Ich entdeckte mehr und mehr spannende Objekte. Das Textilmagazin hat mich von Anfang an gereizt, vor allem die Taschen und die Handarbeitstaschen.

Was motiviert Sie, sich der Museumsarbeit zu widmen? Durch meine Sammelleidenschaft von Taschen und mein Interesse an Textilien kam mir das Ehrenamt im Textilmagazin natürlich sehr entgegen und war nach meinem Gefühl wie auf mich zugeschnitten. Ich wollte gerne mehr Zeit investieren. Meine Familie und meine Enkelkinder müssten aber vorgehen, sagten mir am Anfang der Museumsleiter Herr Böhme und die Kuratorin Frau Rechenberg mit einem Augenzwinkern. Es ist schön, etwas voranzubringen und Objekte für eine mögliche Präsentation zu entdecken.

Was sind Ihre aktuellen Aufgaben im Museum? Wie viel Zeit verbringen Sie im Haus? Ich arbeite vier Vormittage im Städtischen Museum und beschäftige mich mit der wissenschaftlichen Inventarisierung und Betreuung des Textilmagazins. Ich habe freie Hand, arbeite selbständig. Anfangs habe ich ein Textilseminar im Freilichtmuseum am Kiekeberg besucht. Seitdem bilde ich mich kontinuierlich autodidaktisch fort. Aktuell bearbeite ich den Bestand an Brieftaschen. Letzte Woche bekam ich zur Inventarisierung eine Schweinsblase auf den Schreibtisch, die genutzt wurde, um Münzen aufzubewahren. Sonderfälle sind in meinem Bereich gar nicht so selten.

Welche Nebeneffekte hat die Museumsarbeit für Sie persönlich? Das Arbeiten in einem jungen Team beflügelt mich und regt an. Und durch die Museumsarbeit sehe ich Ausstellungen auch in anderen Museen kritischer. Zudem konnte ich durch meine Tätigkeit am Städtischen Museum auch schon andere Institutionen in Textilfragen beraten.

(Das Interview mit Ulla Kayser wurde geführt von Ines Lamprecht)

 

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