24. November 2017

Papiertheater!

Wenn die kalte Jahreszeit anbricht, machen es sich die meisten Menschen am liebsten zuhause gemütlich. Dann gehen wir gerne mit unseren Augen auf Reisen – heute ist die Fülle jederzeit verfügbarer Filme und Dokumentationen schier unübersehbar.                                                 

Auch früher, als die Technik noch nicht so weit fortgeschritten war, hatten die Menschen das Bedürfnis, in ihren eigenen vier Wänden die Welt zu erleben. Im 18. Jahrhundert stellte das Papiertheater einen beliebten Zeitvertreib dar.

Das Städtische Museum besitzt zahlreiche Szenen für eine Papiertheater-Aufführung ganz im Stil des Rokoko. Ihr Schöpfer ist der Augsburger Kupferstecher und Verleger Martin Engelbrecht (1684 – 1756). Dieser vertrieb seinerzeit die handkolorierten Szenen in hohen Auflagen. Durch die Staffelung von bis zu 10 Blättern hintereinander in einem sogenannten Guckkasten wird die Illusion einer dritten Dimension erzielt. Denn der Ausschnitt wird nach hinten immer enger und die Figuren immer kleiner. Wenn die Kulissenteile nacheinander aufgestellt werden, entsteht eine Geschichte.   

Die Bilderfolgen zeigen biblische Geschichten, historische Ereignisse, Ansichten ferner Länder mit faszinierend kostümierten Figuren, aber auch Alltagsszenen mit zahlreichen unterhaltsamen Details, die es sich zu entdecken lohnt. Die hier abgebildeten Szenen zeigen die Geburt Christi und die Anbetung der Weisen (Abb. 1, 2 (Kulissen, einzeln)), den Einzug Christi in Jerusalem (Abb. 3), einen Seehafen (Abb. 4) und einen Seesturm (Abb. 5).

(Izabela Mihaljevic, wiss. Volontärin)