Monthly Archives: Dezember 2016

22. Dezember 2016

Haben Sie schon einen neuen Kalender?

Diesen braucht man meist schon im Dezember, um die bereits vereinbarten Termine für Januar einzutragen. Praktisch, umweltfreundlich und auch ohne Handy einsetzbar ist ein immerwährender Kalender. Dieser ist immer gültig und gibt Auskunft über Kalendertage und abb-1Monate. Ein besonders schönes Exemplar befindet sich in unserem Bestand. Es stammt aus dem Nachlass der Ehrhardtschen Spielwarenhandlung und wird Ende des 19. Jahrhunderts datiert. Der Kalender ist reich verziert. Die gesamte Vorderseite ist mit geometrischen Ornamenten aus Stroh beklebt, dabei sind farbige Strohabschnitte zu Mustern zusammengefügt. Im Innern des Gehäuses befinden sich zwei kleine Papierrollen, auf denen die Tage und Monate angegeben sind. Durch Drehen der Röllchen kann das Datum angewählt werden. Das Drehen hat schon fast etwas Besinnliches.

In diesem Sinne, ein frohes Weihnachtsfest und die besten Wünsche für das neue Jahr.

 

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

14. Dezember 2016

Bleiabschläge, Brakteaten und Obole

Letzte Woche war das Städtische Museum Ziel einer Exkursion der Numismatischen Gesellschaft Kassel. Geldgeschichtlich und geschichtlich Interessierte ließen sich von Dr. Stefan Roth Aufbau und Struktur der Sammlung erklären. Der Historiker und Numismatiker ist Träger des Walter-Hävernick-Preises 2015. Seine Arbeit über „Geldgeschichte und Münzpolitik im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg im Spätmittelalter“ wurde damit ausgezeichnet. Für das Städtische Museum Göttingen hat Stefan Roth die Münzsammlung wissenschaftlich bearbeitet, geordnet img_20161208_101043und inventarisiert. So erfuhren die Kassler Münzfreunde fachkundiges aus erster Hand.

Auch für Nicht-Numismatiker ist es immer faszinierend und gewinnbringend, an den Fachgesprächen über diese besondere Objektgruppe teilzunehmen.

Die Exkursion führte die Teilnehmer anschließend noch zur Münzsammlung im Archäologischen Institut der Universität Göttingen und ins Stadtarchiv Göttingen. Dort wurden die Archivalien zum Münzwesen der Stadt begutachtet.

(Andrea Rechenberg, Kuratorin)

8. Dezember 2016

Museum goes Facebook

Am 12. Dezember ist es endlich so weit. Das Städtische Museum nimmt, wie bereits angekündigt, an der virtuellen Ausstellung 52 Sammlungen 52 Wochen  bei Facebook teil. Das Projekt wirft einen Blick in Sammlungen von Museen und Archiven in West- und Ostdeutschland und präsentiert Objekte, die mit den 1990er Jahren verbunden sind. Jeden Montag wird ein Jahr lang ein Objekt vorgestellt.1898-727-4 Das Ergebnis ist eine Schau, die aus unterschiedlichen Perspektiven ein facettenreiches Bild dieses Jahrzehnts zusammenstellt.

Wir haben uns für einen Wandleuchter aus unserer umfangreichen Judaica-Sammlung entschieden. 1994 wurde in Göttingen die jüdische Gemeinde neubegründet. Dadurch wurde wunderbarerweise das jüdische Leben in der Stadt wiederbelebt. Als Zeichen der Verbundenheit der Stadt Göttingen mit ihren jüdischen Bürgern wurde der Leuchter der Gemeinde als Dauerleihgabe überlassen. Ein identisches Pendant befindet sich in unserer Museumssammlung.

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

1. Dezember 2016

Essig, Senf und Coca-Cola

Das Städtische Museum hat kürzlich von der Grotefend Vermögensverwaltung ein kleines Konvolut von Objekten aus dem einstigen Göttinger Traditionsunternehmen erhalten. Die Stücke repräsentieren einen Teil der Stadtgeschichte. Die Firma war ein wichtiger Arbeitgeber für die Region. Sie hatte in den 1960er Jahren das alleinige Abfüll- und Verkaufsrecht von Coca-Cola und Fanta für den südhannoverschen Raum.

Die Erfolgsgeschichte begann 1865 mit der Produktion von Essig. Carl Grotefend gründete das Unternehmen in Reinhausen. Ab 1870 war es in Göttingen in der Berliner Straße 1 ansässig. Der Sohn des Firmengründers, Gustav Grotefend, übernahm das Geschäft um die Jahrhundertwende und schuf einen Musterbetrieb. Sukzessiv wurde das Angebot auf Erfrischungsgetränke wie Apfeltrank sowie Spirituosen und Senf erweitert. 1937 stieg die Firma in die Coca-Cola-Produktion ein. Nach der Wiedereinführung der Getränkemarke nach dem Krieg unterzeichnete die Firma 1949 einen Großhändlervertrag mit dem Konzern. Die Fertigung der eigenen Limonaden, Spirituosen und Liköre wurde daraufhin eingestellt. Aufgrund des Erfolgs von Coca-Cola reichte die Abfüllanlage nicht mehr aus. 1959 bezog die Firma ihre neuen Produktionshallen am Weender Tor, wo stündlich 20.000 Flaschen abgefüllt werden konnten. Die Anlage gehörte in den 1960er Jahren zu den modernsten. Bis 1988 konnte man dort die Produktion durch die großen Schaufenster beobachten. 1989 zog die Firma nach Groß Ellershausen. 1992/93 wurde der Betrieb verkauft.

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Grotefend am Weender Tor

 

 

 

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Zur Sammlung gehören nun mehrere Essig-und Senffässer sowie Flaschen des Getränkeangebots.

 

 

 

 

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)