Monthly Archives: April 2016

26. April 2016

Denkmal an Schule

Turbulent ging es an diesem Dienstagmorgen im Museum zu. Für 25 Schüler einer dritten Klasse der Albanischule stand die Göttinger Stadtgeschichte auf dem Programm. Die Schule nimmt im April an dem pädagogischen Projekt „denkmal an Schule“ teil, das das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege bereits zum dritten Mal veranstaltet. Die Kinder besuchen verschiedene Gotteshäuser, Schlösser, Museen und Parks in ihrer Umgebung und lernen altersgerecht die unterschiedlichen Lebensstile und Epochen kennen. In diesem Rahmen sollen sie mit den Denkmälern vertraut gemacht werden und ein Bewusstsein für unser kulturelles Erbe entwickeln. Im Unterricht werden die historischen Inhalte dann zusätzlich noch vertieft.

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Im Städtischen Museum beschäftigten sich die Kinder mit dem mittelalterlichen Leben in Göttingen. Was machten die Leute eigentlich damals beruflich und was trugen sie für Kleidung? Zusammen mit der Kirchenpädagogin Bettina Lattke gingen sie diesen Fragestellungen nach und informierten sich über die meist ungewöhnlichen Handwerksberufe und das Gildewesen. Die größte Attraktion war die kleine Modenschau, bei der die Kinder nach historischen Vorbildern geschneiderte Kleidung und Kopfbedeckungen anprobieren und spielerisch in eine andere Zeit eintauchen konnten.

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

 

 

 

 

15. April 2016

Under Construction

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Es wird geschraubt, gehämmert, gestrichen und auch manchmal geflucht. Der Aufbau der neuen Sonderausstellung „Barbara 1964“ befindet sich im vollen Gange. Bis zur Eröffnung am 22. Mai ist zwar noch etwas Zeit. Trotzdem läuft die Vorbereitung bereits auf Hochtouren. Für die multimediale Präsentation müssen zahlreiche Monitore, Kopfhörer und allerhand technisches Gerät installiert werden. Texte und Fotografien müssen ausgewählt und auf die Wände aufgezogen werden. Dafür sind Tischler, Techniker, Graphiker und Kuratoren fleißig am Werke.

Barbara

Zentrales Thema der Ausstellung ist das in Deutschland immer noch weitgehend unbekannte Chanson Göttingen der französischen Sängerin Barbara, das sie 1964 während ihres Aufenthaltes in der Stadt schrieb und das in Frankreich zu einem Symbol der deutsch-französischen Freundschaft wurde.

Das umfangreiche Begleitprogramm wird zahlreiche Vorträge, Führungen und Veranstaltungen umfassen. So werden viel Musik und ein Käse-Wein-Seminar die Sechziger Jahre und das französische Savoir-vivre aufleben lassen.

 

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

 

5. April 2016

Auf Spurensuche in Göttingen

Am vergangenen Sonntag begaben sich drei Urenkel von Professor Moriz Heyne (1837-1906) auf die Spuren ihres Vorfahren, der als Gründer des Städtischen Museums gilt. Die Nachfahren reisten aus der Schweiz nach Göttingen, um die Porträtbüste ihres Urgroßvaters zu bewundern. Das Bildnis stammt aus dem Jahre 1903 und wurde von dem Bildhauer Paul Nisse (1869-1949) im Auftrag des Göttinger Magistrats für Heynes Verdienste gefertigt. Sie befindet sich seitdem im Foyer des Städtischen Museums neben dem ebenfalls von Nisse geschaffenen Gänseliesel. Die Nachfahren erfuhren durch Familiendokumente von der Existenz des Bildnisses und nahmen Kontakt mit dem Museum auf.

Museumsleiter Dr. Ernst Böhme führte die Geschwister Isabel und Philipp Stauffer sowie deren Cousine Christina Heyne durch die Ausstellung und zeigte die Sammlungsstücke der Kirchenausstellung, die Heyne noch selbst erworben hatte. Die Nachfahren interessierte vor allem der Umgang mit dem Erbe ihres Urgroßvaters, und schnell ergab sich ein persönliches Gespräch. Aus den Erzählungen ihres Großvaters wusste Isabel Stauffer, dass Heyne ein sehr engagierter Mensch war und auch in Zeiten ohne Internet ein großes Netzwerk pflegte. In der Familie ist man ziemlich stolz auf den bekannten Nachfahren. Ein Ururenkel hielt kürzlich im Unterricht ein Referat über die Gebrüder Grimm und war sehr begeistert, seinen Klassenkameraden zu erzählen, dass sein Vorfahr 1883 die von Jakob Grimm begonnene Herausgabe des Deutschen Wörterbuchs weitergeführt hatte.

Ein weiterer Programmpunkt auf ihrer dreitägigen Göttingen-Reise ist für die Urenkel Heynes ehemaliges Wohnhaus in der Wöhlerstraße 6, an dem eine Gedenktafel auf den einstigen Bewohner hinweist. Des Weiteren wollen sie aber auch die Stadt kennen lernen und holten sich Tipps für den Aufenthalt.

Durch den Besuch im Museum bestärkt, versicherte Isabel Stauffer, die Spurensuche auch an den anderen Wirkungsstätten ihres Urgroßvaters wie Halle an der Saale und Basel zu verfolgen. Mit Göttingen ist aber schon mal ein guter Anfang gemacht.

 

 

Philipp Stauffer, Isabel Stauffer und Christina Heyne neben der Büste ihres Urgroßvaters

 

 

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)