Monthly Archives: Juli 2014

24. Juli 2014

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BILDER AUS DER SAMMLUNG

Bilder aus unserem Gemäldedepot vorzustellen, so spontan wie möglich, wissenschaftlich nur so viel wie nötig, das ist mein Anliegen. Das vorläufige Depot wurde aufgrund der Sanierungen am Städtischen Museum letztes Jahr eingerichtet. Beim Eintreten fällt mein Blick direkt auf ein Großformat mit einer Inventarnummer aus den 1970er Jahren. Eine Kurzrecherche über unser Inventarisierungssystem ergab den Künstler: Hermann Waldenburg, als Maler und Fotograf aktiv und bekannt seit den 1960er Jahren. Das Bild zeigt in Reih und Glied variationslose zweiblättrige Pflanzen, der Feldboden monochrom grau, der Himmel weiß-hellblau. Die Besonderheit der gleichförmigen Pflanzen zeigt sich in einem metallenen Ring, der, durch einen gespannten und im Boden befestigten Metalldraht, jede Pflanze zu stabilisieren scheint… Scheint, denn er schneidet ein in den Stiel, schnürt, so mein Eindruck, die Pflanzen ab, die, trotz dieser Qual, saftig gesund grün sind oder nur so scheinen. Die Wissenschaftlerin in mir will sich auf Literaturrecherche begeben, nachschlagen, wie das alles zu deuten ist, was der Künstler damit beabsichtigt hat, doch gerade das möchte ich eben nicht tun, sondern unvoreingenommen zum Ausdruck geben, was mir das Bild sagt. Also, die Monotonie der stilisierten Pflanzenreihung, der wie Beton wirkende Boden, die Metallringe um die Pflanzenstiele symbolisieren für mich unmissverständlich die Denaturierung der Natur, den Wunsch des Menschen sich derselben zu bemächtigen und die fragwürdige Monokultur in der konventionellen Landwirtschaft, die keine Artenvielfalt zulässt. Soviel zu diesem Bild als Anstoß zum Nachdenken…

(Ines Lamprecht, freie Mitarbeiterin)

 

 

 

 

15. Juli 2014

Nacht der Kultur 2014… die Swinging Amatörs in der Alten Posthalterei

C’ EST SI BON…

…war bis zum Ausklang dieses unterhaltsamen Abends der Lieblingssong des Publikums und wurde launig von den sieben Swinging Amatörs wiederholt gespielt. Und wie war es sonst? Jede Menge Swing und Jazz, ein Kommen und Gehen, junge und ältere Besucher, zufriedene Fußballfans und Tanzbegeisterte im Hof. Aber auch zu später Stunde noch junge Besucher in den Ausstellungsräumen zur Kirchenkunst, die sich intensiv mit den Exponaten und Texten befassten. So konnte sich das Städtische Museum trotz der Sanierungsphase auch wieder bei dieser Nacht der Kultur als ein fester Bestandteil des Göttinger Kulturlebens präsentieren.

(Simone Hübner, Kuratorin)

7. Juli 2014

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ÜBERRASCHUNG BEI NEUINVENTARISIERUNG!

Bei der Neuinventarisierung eines Gesangbuches entdeckte ich überraschenderweise diese zwei Faltbriefe. Der Typus des Faltbriefs repräsentiert eine Dokumentenform, die zwischen 1750 und 1850 modern war. Schnell stellten sich die Schriftstücke als Patenbriefe heraus. Der eine Brief zeigt im Hauptfeld die Anbetung des Christuskindes durch die Hirten, die inneren vier Dreiecke geben die Kardinaltugenden in einfach stilisierten Gartenlandschaften wider, die äußeren Dreiecke Petrus, Jacobus, Johannes und Christus. Der andere Brief zeigt im Hauptfeld eine Taufszene. Der Pfarrer hält den Täufling mit dem Gesicht in zeittypischer Weise nach unten über das Taufbecken, um das zwei Frauen und ein Mann in gutbürgerlicher Kleidung stehen. Über ihnen schwebt die Dreifaltigkeit auf einer blauen Wolke. Die inneren Dreiecke zeigen die Verkündigungsszene, Christi Geburt, Taufe und Auferstehung. In den äußeren sind die Evangelisten Matthäus, Marcus, Lucas und Johannes in spärlicher Landschaft gezeigt. Jeder Pate bescheinigt einem unbenannten Täufling die Taufe vom 2. Sept. 1796 in Rastenburg (Ostpreußen?) mit Unterschrift. Die Briefe weisen Reste eines gebrochenen Siegels auf. Solche Patenbriefe sind seit dem 17. Jahrhundert eher in evangelischen als in katholischen Regionen unterschiedlich stark verbreitet. Die Schriftstücke wurden als Vordrucke je nach Zeitgeschmack gestaltet: Sie enthielten Glückwünsche, waren (Geburts-)Urkunde und dienten der Erinnerung in der Familie. Oft verbargen sie auch den Patenpfennig als Symbol der Fürsorge des Paten bei frühzeitigem Tod der Eltern. Je nach Region und Brauch wurden die Patenbriefe am Tag der Taufe ausgehändigt und danach für das Kind im Haus verwahrt. Patenbriefe in einem Gesangsbuch zu finden, erscheint nicht völlig abwegig oder ungewöhnlich. Allerdings lässt sich nicht nachweisen, dass das Gesangbuch aus dem gleichen Besitz stammt. Wer diese Briefe in dem Buch verwahrt hat, muss ein Geheimnis bleiben. Der Bestand des Museums ist aber durch eine glückliche Entdeckung um zwei Objekte reicher…

(Bodo Kayser, ehrenamtlicher Mitarbeiter)

1. Juli 2014

Engel der Kulturen_7 Die Skulptur, Engel der Kulturen, vor dem Neuen Rathaus kurz vor dem Start.

Engel der Kulturen_8  Ankunft und …

Engel der Kulturen_4  … und Stärkung im Museumsgarten

Engel der Kulturen_5  … und weiter geht es.

DER ENGEL DER KULTUREN IM MUSEUM

Der Engel der Kulturen hat auf seinem Weg durch Göttingen am 25. Juni 2014 auch Station gemacht am Städtischen Museum. Das Museum präsentiert in der Ausstellung zur Kirchenkunst anhand von Schlüsselobjekten die drei Weltreligionen des Judentums, des Christentums und des Islams. Für den Runden Tisch der Abrahams-Religionen als interreligiösen Gesprächskreis bietet das Museum einen Ort der Begegnungen. Die Skulptur, der Engel der Kulturen, schließt künstlerisch in einem verbindenden Kreis die Symbole dieser Religionen ein. Damit wird er zum Symbol des friedlichen Zusammenlebens und regt durch die Kunstaktion an zum interkulturellen Austausch. Die Skulptur rollt durch europäische Städte und setzt Menschen gemeinsam in Bewegung. (http://www.engel-der-kulturen.de/)

(Ines Lamprecht, freie Mitarbeiterin)