Category Archives: Präsentationen & Veranstaltungen

12. Mai 2017

Tourismus im Städtischen Museum

Am vergangenen Donnerstag hielt der Göttinger Tourismus e. V. seine diesjährige Jahreshauptversammlung im Städtischen Museum ab. Auf Einladung des Vorsitzenden, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, kamen ca. 40 Mitglieder und Mitarbeiter in das Haus am Ritterplan, unter ihnen auch viele Stadtführer. Vor Einstieg in die Tagesordnung hatte ich die Gelegenheit, die Besucher durch die Sonderausstellung 1529 – Aufruhr und Umbruch zu führen. Die engagierten und aufmerksamen Teilnehmer sehen nach ihrem Besuch vielfältige Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen dem Städtischen Museum und dem Göttinger Tourismus e. V. im Reformationsjahr noch weiter zu vertiefen und auszubauen.

(Ernst Böhme, Museumsleiter)

5. Mai 2017

Richtig gut betucht

Das Göttinger Tuch war im Mittelalter ein Exportschlager und wurde sogar bis nach Russland verkauft. Die ansässigen Wollen- und Leineweber prägten die Stadt und verschafften ihr einen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Bei den Ereignissen, die zur Reformation in Göttingen führten, spielten sie eine wichtige Rolle. Im 16. Jahrhundert verschlechterte sich der Absatzmarkt für Stoffe und Tuche jedoch zunehmend. Erst im 18. und 19. Jahrhundert erlebte die Tuchproduktion der Stadt durch die Tuchfabrikanten Johann Heinrich Grätzel und Hermann Levin eine erneute Blütezeit. Der Betrieb von Levin in Grone galt sogar als eine der modernsten Tuchfabriken Europas. Durch die immer stärker werdende internationale Konkurrenz verlor die regionale Textilproduktion jedoch vor dem Ersten Weltkrieg an Bedeutung.

Dennoch wird in Göttingen noch heute gewebt. Die Handweberei Rosenwinkel auf dem Rittergut Besenhausen stellt eigene Stoffe und Tuche her. Sie verbindet traditionelle Handwerkskunst mit modernem Design. Produkte dieser „Neuen Wollenweber“ werden auch in unserem Museumsshop angeboten, ebenso wird beim Internationalen Museumstag am 21. Mai ein kleiner Verkaufsstand mit Schals und Tüchern eingerichtet.

 

In der Stegemühle walkten die Wollenweber ihre Stoffe.

 

 

 


 

Tuch der „Neuen Wollenweber“ in unseren Ausstellungsfarben.

 

 

 

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

28. April 2017

Stadt. Macht. Reformation.

Keine blutigen Auseinandersetzungen, keine brennenden Klöster, kaum geplünderte Kirchen. Trotzdem tobt innerhalb der Stadtmauern Göttingens ein erbitterter Kampf um die politische Macht in der Stadt.

Eindrücklich schilderte Dr. Arne Butt in seinem Vortrag: „Stadt. Macht. Reformation.“, die sozialen und politischen Strukturen in Göttingen zwischen 1510 und 1530. Mehrere Gruppierungen ringen um die Vorherrschaft: Rat, Gilden, Innungen und Meinheit.

Im Anschluss an den Vortrag wird vom Publikum im ausverkauften Veranstaltungsraum rege nachgefragt. Am vergangenen Sonntag war das Museum erneut ein lebhaftes Forum für Stadtgeschichte!

Dr. Arne Butt ist Historiker und arbeitet am Institut für Historische Landesforschung der Georg-August-Universität Göttingen mit den Forschungsschwerpunkten: Niedersächsische Landesgeschichte, Stadt -, Agrar- und Reformationsgeschichte.

Sein Vortrag war der gelungene Auftakt der Vortragsreihe zur der aktuellen Ausstellung 1529 – Aufruhr und Umbruch. Der nächste Vortrag findet am 7. Mai um 15 Uhr im Museum. Frau Dr. Helga-Maria Kühn spricht über das fast vergessene Franziskanerinnen Frauenkloster St. Annen in Göttingen. „Ein widerspenstiges Frauenkloster im Zeitalter der Reformation – Das Susterhaus St. Annen zu Göttingen.“

(Andrea Rechenberg, Kuratorin)

7. April 2017

3…2…1…geschafft!

Die Ausstellung steht – endlich ist alles fertig! Von diesem Sonntag an feiern wir mit unserer Sonderausstellung ganz aktiv am Reformationsjubiläum mit. 1529 – Aufruhr und Umbruch ist aber keine Martin-Luther-Ausstellung.  Den Besuchern wird vielmehr ein spannendes Stück Stadtgeschichte präsentiert, in das man durch noch nie gezeigte Objekte aus dem eigenen Museumsbestand, Leihgaben aus Berlin und Göttingen sowie zahlreiche Audiostationen und einen kleinen Film eintauchen kann. Durch die Integrierung der Kirchenkunst in die neue Sonderausstellung konnten Aspekte vertieft und den Besuchern das Göttingen im 16. Jahrhundert näher gebracht werden. Ein besonderes Angebot ist die Quiz-App, die für Kinder und Erwachsene gestaltet wurde und kostenlos zur Verfügung steht.

Das Projekt wurde von zahlreichen Wissenschaftlern und Kooperationspartnern wie der Sparkasse Göttingen, dem Göttinger Geschichtsverein und der Firma Sound&Vision unterstützt. Die Eröffnung findet am 9. April um 11:30 Uhr in Anwesenheit von Bürgermeister Dr. Thomas Häntsch und Superintendent Friedrich Selter statt.

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

10. März 2017

Body, Senses, Affects and Emotions im Museum

Vom 26. bis zum 30. März veranstaltet die International Society for Ethnology and Folklore in Göttingen den alle zwei Jahre tagenden SIEF-Kongress . Die dreizehnte Auflage der internationalen Zusammenkunft von Ethnologen/-innen, Kulturanthropologen/-innen und Volkskundlern/-innen findet erstmalig in Deutschland statt. Unter dem Motto Ways of Dwelling: Crisis – Craft – Creativity beschäftigen sich die bis zu 800 Teilnehmer in Arbeitsgruppen mit der Erforschung und der Entwicklung der verschiedenen Lebensumfelder und Wohnräume, die durch die sich verändernden Lebenswirklichkeiten geprägt sind.

Die Arbeitsgruppen Museum and material culture und Body, Senses, Affects and Emotions werden ein Lunch-Meeting im Städtischen Museum abhalten.

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

24. Februar 2017

Seite für Seite

Das Restaurieren von historischen Büchern ist eng mit der Papierrestaurierung verwandt und erfordert sehr viel Geduld und Präzision. Jede Seite muss einzeln mit entsprechendem Werkzeug vom oftmals jahrhundertealten Schmutz und Staub befreit werden. Bei umfassenden Werken wie einer Bibel kann die Reinigung daher auch mehrere Tage dauern. Kleine und große Risse, ausgefranste Kanten und Löcher werden mit hauchdünnem Japanpapier Stück für Stück ausgebessert und stabilisiert. Dadurch wird die Lesebarkeit der Buchtexte erhöht und auch nachfolgende Schäden beim Blättern vermieden. Lose Seiten müssen in den Buchblock wieder eingebunden werden, indem der Buchdeckel abgenommen wird und die Seiten neu eingeheftet werden. Dazwischen heißt es immer wieder warten bis Verklebungen getrocknet und Knicke und Falten der Seiten durch Gewichte geglättet sind.

Die Buchbindermeisterin und Restauratorin Ameli Stock aus Göttingen restauriert zurzeit im Museum zahlreiche historische Bücher, darunter viele aus der Zeit der Reformation. In der neuen Sonderausstellung „1529 – Aufruhr und Umbruch“ werden diese Bücher zum Teil erstmalig ab dem 9. April präsentiert.

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

27. Januar 2017

Work in progress

Die Vorbereitungen zu unserer neuen Sonderausstellung 1529 – Aufruhr und Umbruch sind im vollen Gange. Der ein oder andere Besucher wird sicherlich schon die hie und da stehenden grünen Ausstellungsmöbel gesichtet haben.abb-1 Diese sind Teil der neuen Sonderausstellung und müssen aufgrund des anhaltenden Platzmangels bereits in den Ausstellungsräumen platziert werden.

Zurzeit wird auch das große Belagerungsgemälde von unserer Restauratorin Viola Bothmann gereinigt. Wegen der überdimensionalen Ausmaße des Werkes von 3,80 m wird diese Arbeit vor Ort durchgeführt. Um die Rückseite des Gemäldes ebenfalls einer Reinigung zu unterziehen, musste das Bild auf dem Treppenabsatz im Hardenberger Hof gedreht werden. Es war eine Meisterleistung unseres Teams, denn es klappte alles reibungslos.abb-2

Die Ausstellung, die am 9. April eröffnet wird, gibt Einblicke in die Ereignisse des Göttinger Reformationsjahrs von 1529. Die Besucher dürfen gespannt sein. Es werden zahlreiche noch nie gezeigte Objekte präsentiert, und die bereits bekannte Kirchenkunst-Sammlung wird durch neue inhaltliche Schwerpunkte in ein neues Licht gesetzt.

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

13. Januar 2017

Rita und Barbara

Für eine Produktion des Deutschlandradios Kultur besuchte die ehemalige Bundestagspräsidentin Dr. Rita Süssmuth mit der Journalistin Renate Schönfelder ihren alten Wahlkreis Göttingen, den sie zwischen 1987 und 2002 im Bundestag vertrat. Verschiedene Institutionen, Orte und Plätze, die mit ihrer Tätigkeit in Göttingen verbunden waren, standen auf dem Programm. Auch ins Städtische Museum führte sie ihr Weg.

Vor dem Museum wartete ich auf Frau Süssmuth, die mir gewohnt dynamisch entgegenkam. Wie meistens bei solchen Produktionen war der Zeitplan im Verzug. Trotzdem entspann sich sofort ein lebendiges Gespräch über Barbara und das Lied „Göttingen“. Und nur die Hinweise des Redakteurs auf die knappe Zeit beendeten den lebhaften Austausch.

Ausgestrahlt wird der Bericht am Sonntag, den 15.1.2017, um 11:05 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Am 17. Februar wird Rita Süssmuth 80 Jahre. Herzlichen Glückwunsch schon mal an dieser Stelle!

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Rita Süssmuth erhält die Ausstellungsbroschüre zur Barbara-Ausstellung.

 

 

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Rita Süssmuth und das Radio-Team bewundern im Garten des Museums die Barbara-Rose.

 

 

 

 

(Andrea Rechenberg, Kuratorin)

8. Dezember 2016

Museum goes Facebook

Am 12. Dezember ist es endlich so weit. Das Städtische Museum nimmt, wie bereits angekündigt, an der virtuellen Ausstellung 52 Sammlungen 52 Wochen  bei Facebook teil. Das Projekt wirft einen Blick in Sammlungen von Museen und Archiven in West- und Ostdeutschland und präsentiert Objekte, die mit den 1990er Jahren verbunden sind. Jeden Montag wird ein Jahr lang ein Objekt vorgestellt.1898-727-4 Das Ergebnis ist eine Schau, die aus unterschiedlichen Perspektiven ein facettenreiches Bild dieses Jahrzehnts zusammenstellt.

Wir haben uns für einen Wandleuchter aus unserer umfangreichen Judaica-Sammlung entschieden. 1994 wurde in Göttingen die jüdische Gemeinde neubegründet. Dadurch wurde wunderbarerweise das jüdische Leben in der Stadt wiederbelebt. Als Zeichen der Verbundenheit der Stadt Göttingen mit ihren jüdischen Bürgern wurde der Leuchter der Gemeinde als Dauerleihgabe überlassen. Ein identisches Pendant befindet sich in unserer Museumssammlung.

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

24. November 2016

Zum Schluss

Heute jährt sich Barbaras Todestag zum neunzehnten Mal. Die Chanson-Sängerin starb am 24. November 1997 in Neuilly-sur-Seine und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Bagneux beigesetzt. Jedes Jahr ehrt die Stadt Göttingen die Künstlerin an diesem Tag, indem sie einen Rosenstrauß auf ihrem Grab niederlegen lässt.

Anlässlich Barbaras Todestags veranstaltete das Städtische Museum mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Göttingen am vergangenen Sonntag ein Café concert en souvenir de Barbara. Bei der bewegenden Feier im vollbesetzten Tapetensaal wurden Texte aus Barbaras Biographie verlesen und musikalisch untermalt. Ein besonders schöner Moment war, als alle Besucher in das Göttingen-Lied einstimmten.

Die Ausstellung im Städtischen Museum schließt am kommenden Sonntag, den 27. November, ihre Pforten. Für alle Barbara-Fans und Interessierte ist die Broschüre zur Ausstellung ab sofort an der Museumskasse erhältlich.

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Für die Deutsch-Französische Gesellschaft Göttingen plante Christa Neifeind die überaus gelungene Veranstaltung.

 

 

 

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Sogar das Museumsfoyer war bis zum letzten Platz besetzt.

 

 

 

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Für die stimmungsvolle musikalische Begleitung sorgten an diesem Nachmittag neben Francoise Fischer und Luic Berge zwei Schülerinnen des Hainberg-Gymnasiums, Lea Klein und Charlotte Bruns Knight.

 

 

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)