Category Archives: Präsentationen & Veranstaltungen

7. April 2017

3…2…1…geschafft!

Die Ausstellung steht – endlich ist alles fertig! Von diesem Sonntag an feiern wir mit unserer Sonderausstellung ganz aktiv am Reformationsjubiläum mit. 1529 – Aufruhr und Umbruch ist aber keine Martin-Luther-Ausstellung.  Den Besuchern wird vielmehr ein spannendes Stück Stadtgeschichte präsentiert, in das man durch noch nie gezeigte Objekte aus dem eigenen Museumsbestand, Leihgaben aus Berlin und Göttingen sowie zahlreiche Audiostationen und einen kleinen Film eintauchen kann. Durch die Integrierung der Kirchenkunst in die neue Sonderausstellung konnten Aspekte vertieft und den Besuchern das Göttingen im 16. Jahrhundert näher gebracht werden. Ein besonderes Angebot ist die Quiz-App, die für Kinder und Erwachsene gestaltet wurde und kostenlos zur Verfügung steht.

Das Projekt wurde von zahlreichen Wissenschaftlern und Kooperationspartnern wie der Sparkasse Göttingen, dem Göttinger Geschichtsverein und der Firma Sound&Vision unterstützt. Die Eröffnung findet am 9. April um 11:30 Uhr in Anwesenheit von Bürgermeister Dr. Thomas Häntsch und Superintendent Friedrich Selter statt.

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

10. März 2017

Body, Senses, Affects and Emotions im Museum

Vom 26. bis zum 30. März veranstaltet die International Society for Ethnology and Folklore in Göttingen den alle zwei Jahre tagenden SIEF-Kongress . Die dreizehnte Auflage der internationalen Zusammenkunft von Ethnologen/-innen, Kulturanthropologen/-innen und Volkskundlern/-innen findet erstmalig in Deutschland statt. Unter dem Motto Ways of Dwelling: Crisis – Craft – Creativity beschäftigen sich die bis zu 800 Teilnehmer in Arbeitsgruppen mit der Erforschung und der Entwicklung der verschiedenen Lebensumfelder und Wohnräume, die durch die sich verändernden Lebenswirklichkeiten geprägt sind.

Die Arbeitsgruppen Museum and material culture und Body, Senses, Affects and Emotions werden ein Lunch-Meeting im Städtischen Museum abhalten.

 

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

24. Februar 2017

Seite für Seite

Das Restaurieren von historischen Büchern ist eng mit der Papierrestaurierung verwandt und erfordert sehr viel Geduld und Präzision. Jede Seite muss einzeln mit entsprechendem Werkzeug vom oftmals jahrhundertealten Schmutz und Staub befreit werden. Bei umfassenden Werken wie einer Bibel kann die Reinigung daher auch mehrere Tage dauern. Kleine und große Risse, ausgefranste Kanten und Löcher werden mit hauchdünnem Japanpapier Stück für Stück ausgebessert und stabilisiert. Dadurch wird die Lesebarkeit der Buchtexte erhöht und auch nachfolgende Schäden beim Blättern vermieden. Lose Seiten müssen in den Buchblock wieder eingebunden werden, indem der Buchdeckel abgenommen wird und die Seiten neu eingeheftet werden. Dazwischen heißt es immer wieder warten bis Verklebungen getrocknet und Knicke und Falten der Seiten durch Gewichte geglättet sind.

Die Buchbindermeisterin und Restauratorin Ameli Stock aus Göttingen restauriert zurzeit im Museum zahlreiche historische Bücher, darunter viele aus der Zeit der Reformation. In der neuen Sonderausstellung „1529 – Aufruhr und Umbruch“ werden diese Bücher zum Teil erstmalig ab dem 9. April präsentiert.

(Saskia Johann, wissenschaftliche Volontärin)

27. Januar 2017

Work in progress

Die Vorbereitungen zu unserer neuen Sonderausstellung 1529 – Aufruhr und Umbruch sind im vollen Gange. Der ein oder andere Besucher wird sicherlich schon die hie und da stehenden grünen Ausstellungsmöbel gesichtet haben.abb-1 Diese sind Teil der neuen Sonderausstellung und müssen aufgrund des anhaltenden Platzmangels bereits in den Ausstellungsräumen platziert werden.

Zurzeit wird auch das große Belagerungsgemälde von unserer Restauratorin Viola Bothmann gereinigt. Wegen der überdimensionalen Ausmaße des Werkes von 3,80 m wird diese Arbeit vor Ort durchgeführt. Um die Rückseite des Gemäldes ebenfalls einer Reinigung zu unterziehen, musste das Bild auf dem Treppenabsatz im Hardenberger Hof gedreht werden. Es war eine Meisterleistung unseres Teams, denn es klappte alles reibungslos.abb-2

Die Ausstellung, die am 9. April eröffnet wird, gibt Einblicke in die Ereignisse des Göttinger Reformationsjahrs von 1529. Die Besucher dürfen gespannt sein. Es werden zahlreiche noch nie gezeigte Objekte präsentiert, und die bereits bekannte Kirchenkunst-Sammlung wird durch neue inhaltliche Schwerpunkte in ein neues Licht gesetzt.

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

13. Januar 2017

Rita und Barbara

Für eine Produktion des Deutschlandradios Kultur besuchte die ehemalige Bundestagspräsidentin Dr. Rita Süssmuth mit der Journalistin Renate Schönfelder ihren alten Wahlkreis Göttingen, den sie zwischen 1987 und 2002 im Bundestag vertrat. Verschiedene Institutionen, Orte und Plätze, die mit ihrer Tätigkeit in Göttingen verbunden waren, standen auf dem Programm. Auch ins Städtische Museum führte sie ihr Weg.

Vor dem Museum wartete ich auf Frau Süssmuth, die mir gewohnt dynamisch entgegenkam. Wie meistens bei solchen Produktionen war der Zeitplan im Verzug. Trotzdem entspann sich sofort ein lebendiges Gespräch über Barbara und das Lied „Göttingen“. Und nur die Hinweise des Redakteurs auf die knappe Zeit beendeten den lebhaften Austausch.

Ausgestrahlt wird der Bericht am Sonntag, den 15.1.2017, um 11:05 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Am 17. Februar wird Rita Süssmuth 80 Jahre. Herzlichen Glückwunsch schon mal an dieser Stelle!

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Rita Süssmuth erhält die Ausstellungsbroschüre zur Barbara-Ausstellung.

 

 

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Rita Süssmuth und das Radio-Team bewundern im Garten des Museums die Barbara-Rose.

 

 

 

 

(Andrea Rechenberg, Kuratorin)

8. Dezember 2016

Museum goes Facebook

Am 12. Dezember ist es endlich so weit. Das Städtische Museum nimmt, wie bereits angekündigt, an der virtuellen Ausstellung 52 Sammlungen 52 Wochen  bei Facebook teil. Das Projekt wirft einen Blick in Sammlungen von Museen und Archiven in West- und Ostdeutschland und präsentiert Objekte, die mit den 1990er Jahren verbunden sind. Jeden Montag wird ein Jahr lang ein Objekt vorgestellt.1898-727-4 Das Ergebnis ist eine Schau, die aus unterschiedlichen Perspektiven ein facettenreiches Bild dieses Jahrzehnts zusammenstellt.

Wir haben uns für einen Wandleuchter aus unserer umfangreichen Judaica-Sammlung entschieden. 1994 wurde in Göttingen die jüdische Gemeinde neubegründet. Dadurch wurde wunderbarerweise das jüdische Leben in der Stadt wiederbelebt. Als Zeichen der Verbundenheit der Stadt Göttingen mit ihren jüdischen Bürgern wurde der Leuchter der Gemeinde als Dauerleihgabe überlassen. Ein identisches Pendant befindet sich in unserer Museumssammlung.

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

24. November 2016

Zum Schluss

Heute jährt sich Barbaras Todestag zum neunzehnten Mal. Die Chanson-Sängerin starb am 24. November 1997 in Neuilly-sur-Seine und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Bagneux beigesetzt. Jedes Jahr ehrt die Stadt Göttingen die Künstlerin an diesem Tag, indem sie einen Rosenstrauß auf ihrem Grab niederlegen lässt.

Anlässlich Barbaras Todestags veranstaltete das Städtische Museum mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Göttingen am vergangenen Sonntag ein Café concert en souvenir de Barbara. Bei der bewegenden Feier im vollbesetzten Tapetensaal wurden Texte aus Barbaras Biographie verlesen und musikalisch untermalt. Ein besonders schöner Moment war, als alle Besucher in das Göttingen-Lied einstimmten.

Die Ausstellung im Städtischen Museum schließt am kommenden Sonntag, den 27. November, ihre Pforten. Für alle Barbara-Fans und Interessierte ist die Broschüre zur Ausstellung ab sofort an der Museumskasse erhältlich.

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Für die Deutsch-Französische Gesellschaft Göttingen plante Christa Neifeind die überaus gelungene Veranstaltung.

 

 

 

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Sogar das Museumsfoyer war bis zum letzten Platz besetzt.

 

 

 

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Für die stimmungsvolle musikalische Begleitung sorgten an diesem Nachmittag neben Francoise Fischer und Luic Berge zwei Schülerinnen des Hainberg-Gymnasiums, Lea Klein und Charlotte Bruns Knight.

 

 

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

16. November 2016

Hoher Besuch

Letzte Woche besuchte der Barbara-Experte Katsumi Nakane das Städtische Museum, um für eine Publikation über die französische Chanson-Sängerin in den Akten der Sammlung zu forschen. Herr Nakane hat Germanistik studiert und ist Professor für Interkulturelle Studien an der Tenri Universität in Nara in Japan. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den deutsch-französischen Beziehungen. Seit 2013 beschäftigt er sich mit Barbara und ihrem Göttingen-Lied. Besonders interessiert ihn dabei die Bedeutung des Chansons für die deutsch-französische Aussöhnung. Für seine Studien lernte er sogar Französisch.

Im Museum sichtete Herr Nakane die umfangreiche Dokumentensammlung. Zahlreiche Briefe von und über Barbara waren ihm noch nicht bekannt. Eine Bereicherung seiner Forschung ist auch die einzigartige Dokumentation von Barbaras Göttingen-Aufenthalt durch Zeitungsberichte und Zeitzeugeninterviews. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Sonderausstellung.

Göttingen ist der Abschlusspunkt seiner vierzehntägigen Reise, die ihn auch nach Berlin führte. Herr Nakane kennt sich bestens in Göttingen aus. Er besuchte die Stadt bereits im Jahr 2000 im Rahmen eines vom Goethe-Institut veranstalteten Seminars. Ebenfalls war er 2014 für einen Forschungsaufenthalt hier.

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Katsumi Nakane wird von Anna Kunzmann vom StadtRadio Göttingen interviewt.

 

 

 

 

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

31. Oktober 2016

Und es geht los…

Am heutigen Reformationstag startet das Festjahr zum 500. Reformationsjubiläum. Für das Städtische Museum läuft ab jetzt der Countdown für unsere große Sonderausstellung „1529 – Aufruhr und Umbruch“, die sich mit der Reformation in Göttingen beschäftigen wird. Die dscn3135Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Rolf-Georg Köhler und wird am 9. April 2017 eröffnet. Wir sind Kooperationspartner des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen und Leihgeber für die große Landesausstellung, die im Braunschweigischen Landesmuseum stattfinden wird. Unter anderem werden dort aus unserer Sammlung vier Tafeln eines Bilderzyklus aus der Nikolaikirche gezeigt, die unsere Restauratorin Viola Bothmann gerade konserviert und für die große Reise vorbereitet.

Hier bei uns im Städtischen Museum Göttingen ist ein umfangreiches Begleitprogramm für Jung und Alt mit Vorträgen, Musikveranstaltungen und Themenführungen geplant. Auf unserer Internetseite werden wir Sie natürlich über unsere Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum informieren. Für weitere Termine besuchen Sie bitte auch die Veranstaltungsseiten Reformation in Göttingen und Reformation in Niedersachsen.

(Saskia Johann, wiss. Volontärin)

 

20. Oktober 2016

Richtig viel Spaß

Zu Jahresbeginn fragte die Neue IGS Weende im Museum nach Kooperationsmöglichkeiten für ihre Schulprojektwoche zum Thema Ohne Wasser läuft nichts für das Schuljahr 2016/17. Da die Kuratorin Simone Hübner in Kontakt mit den Universitätssammlungen steht, gab sie der Neuen IGS Weende den Hinweis, dass diese Interesse haben könnten, sich an dem Projekt zu beteiligen. Das Resultat war, dass sich die Ethnologische Sammlung, das Zoologische Museum, der Alte Botanische Garten und das YLAB-Geisteswissenschaftliches Labor für eine Beteiligung entschieden.

Dem Bildungsauftrag des Städtischen Museum Göttingen entsprechend sollte das Thema Wasser unter stadtgeschichtlichen Aspekten beleuchtet werden. Im Museum befindet sich die originale Bronzeskulptur des Gänseliesels, die ursprünglich den Marktbrunnen geziert hat. Sie wurde der Ausgangspunkt. Nach intensiver Recherche in der Literatur, im Stadtarchiv und in den Sammlungsbeständen des Museums ist ein Konzept entstanden, das den Marktbrunnen und die Wasserversorgung der Stadt in den vergangenen Jahrhunderten beinhaltet.

Der Projekttag begann im Alten Botanischen Garten. Dort war eine Aktion geplant, die sich mit Wurzeln, die das Wasser dem Oberboden entziehen, beschäftigt. foto-1Darauf bezugnehmend entschied ich, als Einstieg im Museum die tiefer liegenden geologischen Schichten sowie die „Reinigung“ des Wassers durch bestimmte Sedimentgesteine mittels eines kurzen Experiments mit Sand zu veranschaulichen. Als erste echte Museumsaktion plante ich „Wasser holen“ im Innenhof. Damit soll vermittelt werden, wie es früher war, wenn Wasser am Brunnen geholt wurde und die Menschen sich dort Nachrichten und Informationen austauschten. Zudem soll den Schülerinnen und Schülern dadurch eine Vorstellung davon geben, wie es ist, ohne fließendes Wasser auszukommen.

Die nächste Aktion „Stadtplanschnitzeljagd“ findet auf einem historisch-topographischen Stadtplan statt. Dazu erhält die Klasse einen alten Text über die Reinsquelle, von der aus mit einer hölzernen Leitung das Wasser über den Löschteich, dann an den Brauhäusern vorbei bis zum Marktbrunnen geleitet wurde. Der Text ist in Fraktur geschrieben, eine Abschrift ist beigefügt. Die letzte Aktion befasst sich mit dem Gänseliesel, dem Wahrzeichen der Stadt. Die Brunnenfigur wird nach einer historischen Einführung des Marktbrunnens mit einem kleinen Multiple Choice-Test auf ihre kunstgeschichtlichen Kriterien hin untersucht. Mit der Zeichnung eines eigenen Brunnenentwurfs schließt der Projekttag ab.

Die erste Schulgruppe aus 28 sehr lebhaften Schülerinnen und Schülern stand am 28. September vor der Tür. Gestartet haben wir mit der Aktion „Wasserholen“, von der die Schülerinnen und Schüler besonders begeistert waren. foto-2Die „Stadtplanschnitzeljagd“ führte zur Teamarbeit zwischen den Schülerinnen und Schülern und die Begeisterung war groß, wenn der Löschteich entdeckt wurde. Überraschend war, dass ein Schüler den Frakturtext zur Reinsquelle sogar fließend lesen konnte. Die Zeichnungen des Gänseliesels waren erstaunlich vielfältig: mit perspektivischer Genauigkeit, mit architektonisch konstruiertem Brunnen mit Wasserspeiern oder auch mit kriegerischer Figurengruppen. Abschließend konnten die Schülerinnen und Schüler ihren Entwurf vorstellen, wobei die Idee der Gänsemagd, die selbst ein Bier zum Trinken ansetzt, für große Erheiterung sorgte.

Wie die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler zeigte, hat ihnen der Projekttag viel Spaß gemacht.

Herzlich bedanken möchte ich mich noch für die freundliche und kooperative Zusammenarbeit bei Georg Stürzekarn vom Katasteramt Göttingen und Braimir Mandic vom Geoservice und Grundstücke der Stadt Göttingen, die uns für dieses Projekt Karten ausgehändigt und sich viel Zeit für das Heraussuchen und Besprechen dieser Karten genommen haben. B. Knyrim vom Straßen- und Wasserbau der Stadt Göttingen danke ich für den Link zur Hochwassergefahrenkarte. Auch die Museumswerkstatt, Silke Stegemann und Horst Leibeling, haben engagiert zum Projekt beigetragen. Für den fachlichen Austausch an meine Projektpartnerin aus dem Botanischen Garten Christine Battmer und die professionelle Unterstützung durch die Kuratorin Simone Hübner: herzlichen Dank!

(Astrid Otte, freie Mitarbeiterin)