17. Mai 2019

Goldmuscheln, Zeitreisen und  schwungvolle Rhythmen

Bald ist Internationaler Museumstag!

Am kommenden Sonntag ist wieder Internationaler Museumstag, und wie gewohnt ist nicht nur der Museumseintritt für jeden frei, es geht auch mal wieder so richtig die Post ab!

Ab 11.00 Uhr sind die kleinsten zu einer spannenden Mitmachaktion eingeladen. Kinder von 8-14 Jahren können mit der am Museum tätigen Restauratorin Viola Bothmann die Technik des Vergoldens kennenlernen und sie auch gleich selbst anwenden.

Die Vergoldungsaktion steht im Zeichen der Jakobsmuschel. Findet ihr sie im Museum? Und was hat es damit auf sich? Wer es herausfindet, erhält eine Belohnung!

Um 13.00 Uhr begeben wir uns mit Rainer Driever bei einer Führung durch die aktuelle Sonderausstellung Der Rote Sonnabend. Facetten und Folgen der Novemberrevolution 1918 in Göttingen 100 Jahre in die Vergangenheit – eine dramatische Zeit in der überkommene politische und gesellschaftliche Ordnungen zusammenbrechen. Wir hören und sehen, wie die Göttinger Bürgerinnen und Bürger die Ereignisse, wie das Kriegsende und die Revolution, empfunden haben, und wie das kulturelle Leben wieder aufblühte.

Anschließend, ab 15.00 Uhr, sonnen wir uns im Glanz der goldenen 20er, der seine Spuren, wenn auch nur bescheiden, auch in Göttingen hinterließ. Die Swinging Amatörs lassen die „Roaring 20’s“ mit schwungvollen Rythmen weder lebendig werden.

Zeitgleich, ebenfalls ab 15.00 Uhr, entführt Museumsleiter Ernst Böhme geschichtshungrige Museumsbesucher bei einer Führung durch die Ausstellung Stadt. Macht. Glaube ins Göttingen des 16. Jahrhunderts. Wie haben die Menschen hier vor 500 Jahren gelebt? Woran haben sie geglaubt? Wer hatte die Macht in der Stadt? Und welche Ereignisse und Erfindungen beeinflussten die Geschichte nachhaltig? Hier gibt es Antworten auf alle diese Fragen…

Wir wünschen viel Vergnügen!

(Izabela Mihaljevic, wiss. Mitarbeiterin)

10. Mai 2019

Flasche oder Fläschchen ?

Das ist hier die Frage…,denn bei der Inventarisierung im Museum sollen Verkleinerungsformen wie „Fläschchen“ als Objektbezeichnungen möglichst vermieden werden. Dennoch entschieden wir uns fürs Fläschchen, im besonderen Fall das Riechfläschchen, da es sich hier um eine feststehende Objektbezeichnung handelt.

In der Literatur ist es an prominenter Stelle zu finden – beispielsweise in Goethes Faust. So ruft Gretchen in der Szene vor dem Dom „Nachbarin! Euer Fläschchen!“ (Regieanweisung: fällt in Ohnmacht). Das mit Riechsalz gefüllte Zierfläschchen, im Pompadour oder in der Gewandtasche der Dame diskret verwahrt, sollte stets schnell zur Hand sein, um Abhilfe zu schaffen. Gretchen zu jung und, wie wir wissen, zu unerfahren, bittet die ehrbare Nachbarin darum.

In meiner Schulausgabe des „Faust“, dem sog. Trunz, als Pflichtlektüre 1960 am Gymnasium für Mädchen (heute Hainberg- Gymnasium), steht zur besagten Zeile (3834) folgender Kommentar:„Jahrhunderte haben nicht nur psychische, sondern auch physische Eigenheiten; zu denen des 18. Jahrhunderts gehören die häufigen Ohnmachten. Man trug als Gegenmittel Riechfläschchen bei sich. Gretchens Ruf sagt nur: „ich werde ohnmächtig“ und bedient sich dabei einer Wendung, die damals häufig vorkam….“

Verschwiegen wird hier schamhaft der eigentliche Grund für diese häufigen Ohnmachten im 18. Jahrhundert: Die durch die Mode vorgeschrieben engen Korsetts und Schnürungen ließen den Frauen buchstäblich keine Luft zum Atmen mehr!

Die hübschen Flacons waren mit stark riechenden Substanzen, sogenannten Riechsalzen, gefüllt und wurden zur Belebung bei Schwindel und Ohnmachtsanfällen unter die Nase gehalten.

Wenn wir den Gebrauch unterschiedlicher Fläschchen bis in unsere Zeit verfolgen, können wir feststellen, dass in fast jeder Epoche „Mittelchen“ für mehr oder weniger starke Unpässlichkeiten und Zustände zur Verfügung standen: Da wären zunächst die sehr verbreiteten HOFFMANNS TROPFEN (Ätherweingeist / oder Spiritus aethereus) als Stimulans des Zentralnervensystems, den Kreislauf anregend – schon Mitte des 19. Jahrhundert sehr in Mode; die starkwirksamen, rezeptpflichtigen OPIUMTROPFEN  (u.a. gegen Reisediarrhöe),  die DREIERLEI TROPFEN (Baldriantinktur, Pfefferminzöl und Spiritus)  als Magenmittel bei Völlegefühl etc. in den beginnenden Wirtschaftswunderzeiten, und später die RESCUE TROPFEN der Bachblütentherapie bei Erregung und Panik aus der alternativen Pflanzenheilkunde. Das alles waren besondere Flüssigkeiten, hergestellt in den Apotheken und dort lose abgefüllt in Tropffläschchen, bis sie von Fertigarzneimitteln verdrängt und ersetzt wurden.

Fast zwei Jahrhunderte hindurch hielten (meist) Frauen diese Art Fläschchen, abgefüllt in der Apotheke, neben dem Parfümflacon in ihren Handtaschen für den „Notfall“ bereit, ganz dem besseren Wohlbefinden, dem Zeitgeist und Lebensgefühl entsprechend.

 

Abb.1: Riechfläschchen, Kristallglas und Metall, 18./19. Jh.; Abb.2: Das Riechfläschchen in Aktion: Marguerite Gérard, “Schlechte Nachrichten“, 1804, Louvre, Paris (Bildnachweis: Pascal3012); Abb. 3: Riechfläschchen, Elfenbein und Silber, verm.18. Jh.; Abb.4: Riechfläschchen, Milchglas und Messing, 18./19. Jh.

 

(Ulla Kayser, ehrenamtliche Mitarbeiterin)

 

 

03. Mai 2019

„Neue Köpfe – Neue Themen“

Das Museum auf dem 4. Niedersächsischen Archivtag

Am vergangenen Montag und Dienstag hat der 4. Niedersächsische Archivtag stattgefunden. Gastgeber war diesmal das Stadtarchiv bzw. die Stadt Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für historische Landesforschung der Georg-August-Universität.

Unter dem Motto „Neue Köpfe, neue Themen – Herausforderungen für die Archive im 21. Jahrhundert“ standen unterschiedliche Themen zur Zukunft des Archivwesens im Mittelpunkt. Neben Sektionen zur Nachwuchsgewinnung und Digitalisierung beschäftigte sich eine von Dr. Ernst Böhme, Museums- und Archivleiter, moderierte Arbeitssitzung mit dem Thema Provenienzforschung.

Frau Dr. Johann, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Provenienzforschungsprojekt des Museums, berichtete in einem Vortrag über ihre Tätigkeit. Sie betonte die enorme Bedeutung einer guten Zusammenarbeit von Archiven und Museen, gerade für die Provenienzforschung.

Auch das Netzwerk Provenienzforschung  des Landes Niedersachsen stellte sich auf dem Archivtag vor. Hier können sich Provenienzforscherinnen und -forscher über Ihre Arbeit austauschen und so von der Expertise und den Forschungsergebnissen der anderen profitieren.

 

(Izabela Mihaljevic, wiss. Mitarbeiterin)

 

 

26. April 2019

Don Quijote de la Mancha

In meinem abwechslungsreichen und lehrreichen Praktikum begegnete ich allerlei kulturellen Schätzen. Ich war gerade dabei, für die Ausstellung zur Provenienzforschung Unter Verdacht im September 2019 einige Zuarbeit zu leisten, als ich auf ein eindrucksvolles Gemälde stieß. Unter dem Titel „Don Quichotte“ ist der ehrenwerte Ritter des Malers Hermann Hirsch in der Lost Art-Datenbank zu finden. Hermann Hirsch war ein jüdischer Maler, welcher sich 1934 unter dem NS-Regime das Leben nahm. Da seine Familie bereits aus Deutschland verdrängt wurde, ersteigerte die Stadt seinen verbliebenen Besitz 1941. Da der Verbleib des Besitzes Hermann Hirschs ein Thema der Ausstellung sein wird, möchte ich auf Don Quijote zu sprechen kommen.

El ingenioso higaldo Don Quixote de la Mancha von Miguel de Cervantes, zu Deutsch Der geniale Junker Don Quijote von der Mancha, ist eine Parodie auf Ritterromane des 17. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit waren Ritterromane, die überschwängliche und immer absurder werdende Fantasien als wahre Geschichten verkauften, in Spanien en vogue. Natürlich wusste jeder halbwegs gebildete Leser, dass es sich um rein fiktive Werke handelte. Der Witz des Don Quijote besteht nun darin, dass der Protagonist des Romans, ein kleiner Landadeliger aus der Mancha, diesen Ritterromanen Glauben schenkt und ihnen nacheifert. Fortan nennt er sich Don Quijote, zieht gerüstet mit rostigem Harnisch und einem Helm aus Papier durch das Land. Offensichtlich hat unser lieber Ritter einen kräftigen Dachschaden. Doch das hält ihn nicht davon ab, ja animiert ihn geradezu das längst ausgestorbene Rittertum auszuleben. Neben dem ‚Ritterschlag‘ in einer verkommenen Schenke und dem ritterlichen Hofieren von Prostituierten, zählt der tapfere Kampf gegen Windmühlen zu den witzigsten Geschichten in Don Quijote. Im Vorwort, ein spottender Text über Anleihen von lateinischen Ausdrücken bei zeitgenössischen Autoren – ein Bericht über silberne Zungen und verbrannte Gehirne – gibt Miguel de Cervantes sein Übriges. Durch die Kombination von fiktiven Rittergeschichten und realistischen Handlungsabläufen gelang de Cervantes ein höchst amüsanter Roman von historischem Wert. Mit Don Quijote schuf de Cervantes den ersten modernen Roman.

Neben vielen weiteren Autoren greift Hermann Hesse 1927 in Der Steppenwolf die Ideen de Cervantes‘ auf. Der fünfzigjährige Protagonist Harry Haller fühlt sich im Umfeld der zwanziger Jahre nicht wohl. Als Liebhaber von Mozart, Goethe und den hohen Künsten fühlt er sich in der Banalität seiner Zeit gefangen. Parallel zur Kulturkritik spielt auch Reue eine wichtige Rolle. Seine Verachtung gegenüber der Gesellschaft hat verhindert, dass Haller sich ein gutes Leben aufbauen konnte. Der beruflose und heimatlose Herumtreiber trauert seinen verpassten Chancen hinterher. Hier spannen sich einige Parallelen zu Goethes Faust auf. In den Überlegungen zu diesen Selbstzweifeln ergibt sich die Frage, ob sein Lebenslauf eine reine „Don Quijoterie“ war, ein Versuch, in einer nicht existenten Welt zu leben.

Hirsch malte Don Quijote in aufrechter Pose. Seine Haltung ist voller Würde und Anmut. Die restliche Welt erblasst im Hintergrund. Nach dem Vorbild des Romans ist er sich seiner Illusion nicht bewusst. So stehen Don Quijote und Der Steppenwolf gegensätzlich und doch ähnlich zueinander. Sie bilden ein Paar wie Tragödie und Komödie.

(Max Rosemann, studentischer Praktikant)

12. April 2019

Ein besonderes Geschenk

Letzten Freitag  hatten wir Ihnen mal wieder ein Rätsel aufgegeben. Nun lüften wir das Geheimnis.

Sie ahnten es sicher schon: bei dem Objekt handelt es sich nicht um ein Kunstwerk. Es ist jedoch umso wertvoller, da ein bekannter Göttinger Künstler wahrscheinlich täglich damit arbeitete. Dieser Künstler ist Gottfried Stein und das ist seine Mal- bzw. Mischpalette! – Sozusagen der materialisierte “magische Moment“, in dem aus der Symbiose einzelner Farbkleckse Kunst entsteht.

Gottfried Stein (1915-1999) wurde in Göttingen geboren und studierte an der Werkkunstschule Kassel und an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1946 kehrte er, nach einer langen Kriegsgefangenschaft in Frankreich, nach Göttingen zurück. Hier wurde er zu einem gesuchten Porträtmaler, der bald auch über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus Bekanntheit erlangte.

Unter anderem porträtierte er viermal den Nobelpreisträger Otto Hahn, Prinz Louis Ferdinand von Preußen, den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, zahlreiche Göttinger Professoren, den früheren niedersächsischen Ministerpräsident Georg Diederichs, den Schauspieler Eberhard Müller-Elmau, sowie viele weitere bedeutende Persönlichkeiten aus Göttingen und der ganzen Bundesrepublik. Erst letztes Jahr hat das Museum ein Porträt von Gina Wurm, einer Enkelin des Gründers des Göttinger Tageblatts Theodor Wurm, aus den 1950er Jahren übernommen, die Stein in Pastell gezeichnet hat. Neben Personen, malte Stein aber auch  Landschaften des Göttinger Umlandes.

Steins Stil lässt Einflüsse des deutschen Impressionismus erkennen. Eine große Bewunderung hegte er für den Berliner Porträtisten Leo von König. Sein Erfolgsrezept war aber eine ganz eigene Malweise, eine charakteristische Handschrift mit der er über Jahrzehnte hinweg jedes Motiv individuell erfasste, sozusagen „aus sich selbst heraus“. Er besaß ein breites maltechnisches Repertoire. Die Leichtigkeit, die die meisten seiner Werke ausstrahlen, kommt durch eine lockere Malweise aus spontanen groben Pinselstrichen und dickem Farbauftrag, den er oft mit einer Spachtel modellierte, zustande. Bei einer solchen Malpraxis wurde die in der letzten Woche vorgestellte Mal-, bzw. Mischpalette wahrscheinlich verwendet. Darüber hinaus schätzte Stein aber auch die Aquarell- und Temperatechnik, sowie Bleistift-, Ölkreide oder Rötelzeichnung.

Ein „allgemeingültiges Rezept“ für ein gutes Werk existiert eben nicht. Wenn man Gottfried Stein nach einem solchen fragte, antwortete er „Nicht ich male, sondern es malt“.

Abb.1: Gottfried Stein porträtiert Otto Hahn, 1966; Abb. 2: Gina Wurm, Pastell, 1950er Jahre; Abb.3: Eberhard Müller-Elmau, Öl auf Leinwand, 1985

Zitate oben: Schaefer, Kurt-Peter, Ausst. Kat. Städtisches Museum Göttingen, 1990.

 

(Izabela Mihaljevic, wiss. Volontärin)

10. April 2019

Ein Hoch auf die Provenienzforschung

Heute ist der internationale Tag der Provenienzforschung. Der Aktionstag wurde dieses Jahr erstmals ins Leben gerufen, um auf die gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutsamkeit der Arbeit aller Provenienzforscher*innen weltweit aufmerksam zu machen und Einblick in diesen Forschungsbereich zu geben.

Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Herkunft von Objekten in Museen, Bibliotheken und Archiven. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Klärung der Eigentumsverhältnisse bei Objekten, die in der Zeit des Nationalsozialismus der jüdischen Bevölkerung unrechtmäßig entzogen wurden.

Als erstes kommunales stadtgeschichtliches Museum Niedersachsens betreibt das Städtische Museum Göttingen Provenienzforschung und hat 2014 Objekte an die Nachkommen der früheren jüdischen Eigentümer restituiert. Seit Juli 2017 ist am Museum ein Provenienzforschungsprojekt  angesiedelt, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird. Dabei werden die Objekteingänge aus der Zeit von 1933 bis 1945 auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug geprüft. Die ersten Projektergebnisse werden vom 8. September bis zum 8. Dezember 2019 in der kommenden Sonderausstellung „Unter Verdacht – NS-Provenienzforschung im Städtischen Museum Göttingen“ präsentiert.

(Saskia Johann, wissenschaftliche Mitarbeiterin)

 

05. April 2019

Gewusst?

Letzte Woche wurde die Sammlung des Städtischen Museums um ein ganz besonderes Objekt bereichert. Es ist etwas skurril, aber wunderschön. Auf den ersten Blick ist es schwer einzuordnen. Strudel verschiedenster Farben verschmelzen ineinander. Es ist wie ein kleiner Swimmingpool, gefüllt mit allen Farben der Welt…

 

Doch worum handelt es sich hier? Ist es moderne Kunst? Oder doch ein Gebrauchsgegenstand? Und welcher Künstler steckt womöglich dahinter?

Wissen Sie es?

Kleiner Tipp: Dieses Objekt verrät uns viel über die Arbeitsweise seines Besitzers.

Die Auflösung folgt in der nächsten Woche.

 

(Izabela Mihaljevic, wiss. Volontärin)

29. März 2019

Was willst du einmal werden?

Gestern hatten wir Besuch von “Zeitreisenden“. Vier Schüler durften im Rahmen des Zukunftstags Kuratorin Andrea Rechenberg sowie Saskia Johann und Ruth Baumgarten, Mitarbeiterinnen im Provenienzforschungsprojekt „`Arisierung` und Neukonzeption“, einen Vormittag lang über die Schulter schauen.

Am Zukunftstag, auch Girls Day bzw. Boys Day, erhalten Mädchen und Jungen die Möglichkeit, in Berufe reinzuschnuppern, die häufiger vom jeweils anderen Geschlecht ausgeübt werden. So sollen geschlechterspezifische Rollenstereotype aufgebrochen und erste Erfahrungen in der Berufswelt gesammelt werden.

Unsere Besucher, darunter auch ein Austauschschüler aus den USA,  konnten gestern viele Bereiche der Museumsarbeit kennenlernen und auch Einiges selbst ausprobieren – von der Forschung über die Inventarisierung und das Ausstellen bis hin zum ordnungsgemäßen Bewahren von Objekten im Depot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Izabela Mihaljevic, wiss. Volontärin)

22. März 2019

Wir sind nicht allein!

Blick in einen der Depoträume

Ein Hauptarbeitsfeld des Museums ist das Depot. Hier werden alle Objekte, die nicht in der Ausstellung zu sehen sind, gelagert. Das Außendepot des Städtischen Museums gibt es seit 2015. Alle Objekte, die ganz oder auch nur teilweise aus organischen Substanzen bestehen, sind einer Stickstoffbehandlung unterzogen worden, bevor sie dort eingelagert wurden. So konnten wir sichergehen, dass wir dort keine von Schädlingen befallenen Gegenstände verwahren.

Ständig ist darauf zu achten, dass keine Schädlinge von draußen ins Depot gelangen. So ist das Tragen von Überschuhen geboten. Fenster sind mit Schutzgittern versehen, damit beim Lüften keine Insekten eindringen können. Es ist auf penible Sauberkeit zu achten. Und trotzdem: Wir leben ja nicht allein auf diesem Planeten! So ist es wichtig, dass ständig kontrolliert wird, ob vielleicht doch Schädlinge den Weg ins Depot gefunden haben.

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Überschuhe, Lichtfalle und Klebefalle

Derzeit wird mit Klebe‐, Pheromon- und Lichtfallen ein möglicher Befall beobachtet. Die verschiedenen Klebe‐ und Lockstofffallen sind auf bestimmte kriechende Insektenarten abgestimmt. Welche Insekten durch die Nährstoffe oder Hormone angelockt werden, ist in der jeweiligen Produktbeschreibung der Fallen aufgeführt. Mit Lichtfallen, die mit Grünlicht ausgestattet sind, werden vor allem fliegende Insekten angelockt. Mit diesen Fallen kann man über einen längeren Zeitraum die Befallszyklen, ‐radien und ‐konzentrationen nachvollziehen. Sie sind jedoch nur ein Indiz, ob und welche Schädlinge vorhanden sind. Wöchentlich wird überprüft und aufgelistet, ob es einen Befall gibt und wie dieser sich geändert hat.

(Silke Stegemann, Leiterin der Museumswerkstatt)